Universität Bonn

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Stadtnatur

Das Thema „Stadtnatur“ beschäftigt sich mit der Bedeutung urbaner Lebensräume für Tiere und Pflanzen und untersucht, wie Artenvielfalt auch in der Stadt gefördert werden kann. Am Beispiel von Wildbienen und Gebäudebrütern lernen die Schüler*innen ökologische Zusammenhänge kennen und entwickeln konkrete Maßnahmen zum praktischen Naturschutz im eigenen Umfeld.


m Frühling und Sommer beginnt für viele Tiere die wichtigste Zeit des Jahres: die Fortpflanzungs- und Brutphase. Bienen, andere bestäubende Insekten sowie sogenannte Gebäudebrüter – also Vogelarten, die an oder in Gebäuden nisten – legen in dieser Zeit ihre Eier ab, um eine neue Generation ihrer Art zu sichern. Während Wildbienen Hohlräume in Holz, Mauerfugen oder im Boden bevorzugen, sind Gebäudebrüter wie etwa Schwalben oder Mauersegler auf Nischen, Vorsprünge und Spalten an Häusern angewiesen. Doch gerade in dicht besiedelten Gebieten werden geeignete Nistplätze zunehmend rar. Für viele Tiere wird es dadurch immer schwieriger, sichere Orte für ihre Brut zu finden.

Dabei sind diese Arten von großer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht – auch in der Stadt. Bestäubende Insekten tragen maßgeblich zur Pflanzenvielfalt bei, während Vögel und Fledermäuse unter anderem Insektenpopulationen regulieren. Um sie beim Nisten zu unterstützen, kann jedoch bereits mit einfachen Mitteln viel bewirkt werden. Speziell angefertigte Nisthilfen für Wildbienen, Nistkästen für Vögel oder Quartiere für Fledermäuse schaffen zusätzliche Rückzugs- und Brutorte. Wichtig ist dabei eine fachgerechte Bauweise und die Wahl geeigneter Standorte, damit die Tiere die Angebote tatsächlich annehmen und sich dort sicher entwickeln können.

Die Schülerinnen des Gymnasiums Alfter setzen sich im Rahmen ihrer Lerneinheit zum Thema „Stadtnatur“ intensiv mit dieser Problematik auseinander. Sie erforschen, welche Tierarten in ihrer Umgebung vorkommen, welche Ansprüche diese an ihre Lebensräume stellen und wie sich städtische Räume tierfreundlicher gestalten lassen. Dabei werden sie fachkundig von Prof. Antonia Mayr und Dr. Julian Kokott von der Universität Bonn begleitet. Die Expert*innen bringen wissenschaftliche Perspektiven ein, vermitteln Hintergrundwissen zu Ökologie und Artenschutz und unterstützen die Schüler*innen dabei, ihre eigenen Nisthilfen zu bauen und anzubringen. So wird Theorie mit konkretem Handeln verbunden – und ein aktiver Beitrag zum Schutz der Stadtnatur geleistet.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten:
Prof. Dr. Antonia Mayr, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Dr. Julian Kokott, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Gymnasium Alfter

Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
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